Das Leben von Sakyong Mipham RinpocheSakyong Mipham Jampal Trinley Dradül Rinpoche, der älteste Sohn von Chögyam Trungpa Rinpoche, wurde 1962 als Ösel Rangdröl Mukpo in Bodhgaya in Indien geboren. Ösel Rangdröl verbrachte seine frühe Kindheit zusammen mit seiner Mutter Lady Kunchok Palden in einem Dorf für tibetische Flüchtlinge im Nordwesten von Indien. Im Alter von sieben Jahren zog er zu seinem Vater, welcher zu der Zeit in dem schottischen Meditationszentrum Samye Ling wohnte. 1971 folgte Ösel Rangdröl seinem Vater und seiner Stiefmutter Lady Diana Mukpo nach Bolder in Colorado. Dort setzte er sowohl seine buddhistischen Studien als auch seine westliche Erziehung fort. Zusätzlich wurde er in unterschiedlichen kontemplativen Disziplinen wie Kyodo (jap. Bogenschießkunst), Kalligraphie, Blumensteckkunst, Dichtkunst und in der Hohen Schule des Reitens unterrichtet. Erziehung und Ausbildung1978 verlieh Trungpa Rinpoche in einer feierlichen Zeremonie Ösel Rangdröl den Namen Sawang, was „König der Erde“ bedeutet. Er ermächtigte den Sawang als seinen Erben, wobei er besonderen Nachdruck auf die Verbreitung der Shambhala-Lehren legte, welchen er eine fundamentale Bedeutung für die Übermittlung des Dharma im Westen beimaß. Mit dem Wissen, dass der Sawang in nicht allzu ferner Zeit als Sakyong ermächtigt werden würde, setzte Chögyam Trungpa die weitere Ausbildung seines Sohnes fort. Der Sakyong erhielt außerdem zahlreiche Belehrungen und Ermächtigungen von anderen hohen Lehrern der Karma Kagyü- und Nyingma-Linien des tibetischen Buddhismus, unter ihnen Seine Heiligkeit der Sechzehnte Gyalwa Karmapa, der Ehrwürdige Tenga Rinpoche, der Ehrwürdige Kalu Rinpoche, der Ehrwürdige Tülku Urgen und seine Heiligkeit Penor Rinpoche, höchstes Oberhaupt der Nyingma-Linie. Der große Nyingma-Meister Dilgo Khyentse Rinpoche wurde für den Sawang wie ein zweiter Vater. Noch während der Sawang seine westlich-akademischen Studien in England fortsetzte, forderte ihn Khyentse Rinpoche auf nach Asien zu kommen, um dort mit ihm zu studieren, da er „die Verantwortung für die Fortführung der Lehren seines Vaters übernehmen müsse.“ 1987 übersiedelte der Sawang nach Nepal, wo er für mehrere Jahre mit Khyentse Rinpoche studierte. Während dieser Zeit erhielt er viele wichtige Belehrungen und Ermächtigungen. Führung der Shambhala-GemeinschaftNach dem Tod des Vajra-Regenten Ösel Tendzin, (der die von Chögyam Trungpa gegründete Organisation nach dessen Tod geleitet hatte) bat Khyentse Rinpoche den Sawang in den Westen zurückzukehren und seine Verantwortung als Oberhaupt zu übernehmen. Von diesem Zeitpunkt an bereiste der Sawang die Vereinigten Staaten, Kanada und Europa um zu lehren, während er gleichzeitig seine persönlichen Studien fortsetzte. Während des Vajradhatu–Seminaries, einem dreimonatigen, fortgeschrittenen Studien- und Meditationsprogramm, kündigte der Sawang 1992 die Gründung von Shambhala an, einer Dachorganisation für die Aktivitäten der unterschiedlichen Organisationen, welche von Chögyam Trungpa ins Leben gerufen wurden. Shambhala umschließt heute Vajradhatu - den Pfad der traditionellen buddhistischen Lehren, Shambhala Training – den weltlichen Pfad von Meditation und Kriegerschaft und die Nalanda-Stiftung, zu welcher künstlerische, soziale und auf Erziehung ausgerichtete Programme gehören. In den Worten des Sawang: die treibende Kraft hinter Shambhala International ist, „all den verschiedenen Traditionen, welche wir geerbt haben die Möglichkeit zu geben, in ihrer eigenen Weise zu erblühen.“ Die Inthronisierung des SakyongIm Jahr 1995 wurde der Sawang formell als Sakyong eingesetzt, als Oberhaupt für die weltlichen und spirituellen Aktivitäten von Shambhala. Die offizielle Inthronisierungszeremonie wurde von seiner Heiligkeit Penor Rinpoche durchgeführt. Während dieser Zeremonie bestätigte Seine Heiligkeit den Sawang als Mipham Rinpoche, als einen Nachkommen des früheren Meditationsmeister und Gelehrten Mipham Jamyang Namgyal, der im 19.Jahrhundert in Tibet gelebt hatte. Außerdem verlieh er ihm den Titel Sakyong. Der Sakyong oder “Erd-Beschützer“ ist jemand, der in Individuen, aber auch gesamtgesellschaftlich, ein Gefühl für die Heiligkeit der Welt, für Mitgefühl und grundlegende Gutheit erwecken und nähren kann. Die Inthronisierung war der formelle Ausdruck dafür, dass der Sakyong sein weiteres Leben in den Dienst von anderen Lebewesen und zum Errichten einer erleuchteten Gesellschaft stellt. |
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